Strafzettel trotz korrekten Parkens

Wer die Parkuhr korrekt eingestellt beziehungsweise sein Parkticket ordnungsgemäß gelöst hat, und trotzdem einen Strafzettel kassiert, lässt am besten Beweismittel für sich sprechen: Fotos von der Situation vor Ort und Kontaktdaten von Zeugen können helfen, gegen die unbegründete Zahlungsaufforderung vorzugehen. Aber Achtung: Viele Rechtschutzversicherer übernehmen die Kosten nicht, wenn ein Verstoß im ruhenden Verkehr begangen worden sein soll. „Bereits vor Vertragsabschluss der Verkehrsrechtschutzversicherung sollte geprüft werden, ob solche Fälle mit der Police abgedeckt sind“, empfiehlt Hannes Krämer, Leiter Recht beim ACE. Im Zweifelsfall kann der Einspruch über den Anhörungsbogen auch auf eigene Kosten eingelegt und begründet werden. Wichtig dabei ist, dies innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung des „Knöllchens“ zu tun.

 

 

Geblitzt - ohne Überschreitung des Tempolimits

Zeigt das Blitzerfoto ein fremdes Fahrzeug oder einen anderen Fahrer, ist der Fall klar: Jetzt heißt es, zügig Einspruch einlegen, indem der Anhörungsbogen des Bußgeldbescheids an die ausstellende Behörde zurückschickt wird. Wer tatsächlich hinterm Steuer saß, aber zu Unrecht geblitzt wurde, kann dem ebenso widersprechen, sobald der Bußgeldbescheid vorliegt. Ist dieser jedoch noch unterwegs und der Beschuldigte abwesend, sollten Betroffene dafür sorgen, dass der Briefkasten regelmäßig geleert wird. Denn auch hier muss innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung reagiert werden.

 

 

Unfallflucht - als Beschuldigter Schweigerecht nutzen

Der Vorwurf des unerlaubten Entfernens vom Unfallort, beispielsweise nach einem angeblichen Parkrempler mit Sachschaden an einem anderen Pkw, kann nicht nur eine Geldstrafe, sondern gar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren und die Entziehung der Fahrerlaubnis für mehrere Monate bedeuten. Wichtigster Grundsatz als Beschuldigter ist: Wenn man noch vor Ort – beispielsweise nach dem Einkauf auf dem Parkplatz mit der Anschuldigung konfrontiert wird – sollten Betroffene keine Aussagen treffen und von ihrem Schweigerecht Gebrauch machen. Lediglich Angaben zur Person müssen gemacht werden. Zudem sollte sich der Verkehrsteilnehmer umgehend anwaltliche Unterstützung holen.